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Abhorch- & Peildienst in der Schweiz
Erst mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde in der Schweiz überstürzt ein Abhorchdienst geschaffen, die funktechnische Ausrüstung bedurfte schon länger der Erneuerung.
Die erste Einheit des Abhorchdienstes, das Fk Det 1 (Funk Detachement 1), wurde Ende August 1939 ad hoc aus der im Wiederholungskurs befindlichen Fk Kp 2 gebildet und verfügte lediglich über die Funkgeräte aus den frühen Dreissigerjahren aus dem Korpsmaterial, über den Empfänger E25 und die Funkstationen TS25 und TL.
Maurice Treyer aus der Fk Kp 1 und ab Mitte Sept. 1939 Rudolf Stuber hatten die Führung des Detachements inne und bemühten sich um Umteilung der persönlich bekannten Funkamateure ins Detachement. Um ausländische Kurzwellenaussendungen abzuhören, wurden meist deren amerikanische Kurzwellenempfänger aus Privatbesitz eingesetzt; in einem Fall wurde ein Hallicrafters SX23 in einem einschlägigen Geschäft für Amateurfunkbedarf „requiriert“.
Mitte Oktober 1939 richtete sich der Abhorchdienst in Ramisbühl bei Zollbrück ein.
Am 21. Mai 1940 wurde das Fk Det 1 in die legendäre Fk Kp 7 übergeführt, die Funkerkompanie 7 wurde im März 1941 nach Seelisberg verlegt und richtete das KP in einem Chalet ein. Vor allem VHF-Verbindungen von Jugoslawien bis Nordafrika konnten vom Abhorchraum im Sphinx-Observatorium auf dem Jungfraujoch abgehört werden.
Der ab 1940 etablierte Abhorch- und Peildienst wurde der Fk Kp 7 übertragen. Der Abhorchdienst nutzte regelmässig Aussendung von feindlichen und neutralen Telegraphie- und Telephoniestationen zur Aufklärung und Nachrichtenerfassung, dazu wurden illegale oder feindliche Aussendungen vom eigenen Territorium gesucht. Stichprobenweise wurde bereits der eigene Funkverkehr ebenfalls vom Abhorchdienst kontrolliert.
Der Peildienst erhielt die Aufgabe zur Standortbestimmung fremder Stationen im Ausland und illegaler Stationen im eigenen Territorium; zunehmend wurde bei den Fliegertruppen die Peilung von Flugzeugen zur Standortbestimmung und Unterstützung im Landeanflug eingesetzt.
Am 1. Dezember 1944 wurde die Fk Kp 7 in die Mot Fk Kp 20 übergeführt.
Mit der Truppenordnung 61 wurden ab 1970 die Belange des EKF in eine eigene Sektion in der Abteilung für Übermittlungstruppen zusammengefasst. Erst in den Sechzigerjahren erhielt der Abhorch- und Peildienst feste Standorte, aus der Mot Fk Kp 20 wurde die Fk Abt 46, die Ausbildung der Rekruten erfolgte in der Kaserne Bülach.
Ab 1973 wurde die Ausbildung nach Jassbach BE verlegt; im Frühjahr 1973 wurde dort die erste Rekrutenschule mit zwei Zügen Funkpolizei und zwei Zügen Abhorch durchgeführt.
Zur Überwachung der VHF/UHF-Bereiche bestand ab 1971 auf Stufe Armeekorps ein VHF-Detachement in der Fk Kp 20, mit vier auf Unimog S mobilen und zwei in Kisten verpackten Peilern P-725 wurde der VHF-Bereich aufgeklärt.
Mit der Reorganisation im Jahre 1977 wurden die Funkpolizeizüge der Divisionen auf Stufe der Armeekorps zusammengefasst und in den Armeekorps FAK1, FAK2, GebAK3 und FAK4 die EKF Kp IV/21 - 24 geschaffen, auf Stufe Armee die EKF Kp IV/46.
Bis in die Achzigerjahre hinein wurde mit dem Material aus den Sechzigern gearbeitet, mit dem Watkins-Johnson E-649 Signale gesucht, Peilaufträge vergeben, Übermittlung der Peilungen, Übertragung auf die mit Bauplastik („Kalk“) abgedeckte Landeskarte… - die modernen Sender mit Frequenzsprungverfahren („Frequency Hopping“) konnten gar nicht mehr aufgeklärt werden.
So wurde Ende der Achzigerjahre das Elektronische Aufklärungssystem Stufe Armeekorps (EA Syst AK) projektiert, in die Planungen wurde auch die Möglichkeit des Einbezugs elektronischer Signalstörung aufgenommen.
Dieses System wurde mit dem Übergang zur Armee 21 (Wegfall der Armeekorps) vom IFASS (Integriertes Funkaufklärungs- und Sendesystem) abgelöst, die High Tech-Anlagen werden von der Uebermittlungsbrigade 41 mit drei Uem Abt seit 2009 betrieben.
Einsatz
Technische Unterlagen
Weitere Informationen
- Die Funkertruppe,
- Faszination der Kurzen Wellen, R. Stuber, 1978

