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Chiffrator
Sprach-Verschleierungsgerät Chiffrator; hergestellt von Brown Boveri Cie.
Technische Daten
- Prinzip: Sprachverschleierungsgerät, Zeitverwürfelung
- Betriebsarten: Telegraphie, Telephonie
Stromversorgung
- Netzbetrieb: 220 V
Dimensionen
Zubehör
Bedienung
Der Chiffrator ist das erste auf dem Prinzip der Zeitverwürfelung basierende Sprachverschlüsselungsgerät, dass 1940/41 von Brown Boveri unter Gustav Guanella und M. Gabriel entwickelt wurde.
Das Sprachsignal wurde von einem Schreibkopf auf einen Stahldraht aufgezeichnet und von verschiedenen Leseköpfen ausgelesen, kleine Bröcken der Sprachinformationen wurden somit in einer neuen Reihenfolge aneinandergereiht und konnten als unverständliches „Gebrabbel“ abhörsicher über Draht- oder Funkverbindungen weitergeleitet werden.
Auf der Empfängerseite kann in einem gleichartigen Gerät das Audiosignal auf den Stahldraht aufgezeichnet werden, mit den Leseköpfen ausgelesen und bei korrekter Einstellung des Schlüssels wieder in ein verständliches Signal verwandelt werden.
Die technischen Hürden waren hoch, es stellte sich heraus, dass ein Störsignal, hervorgerufen durch die Schweisstelle des Endlos-Stahldrahts einen Rückschluss auf die Periodendauer erlaubte und somit ein Ansatz zum Knacken des Schlüssels bestand.
Technisches Prinzip
Zeitverwürfelung eines Audiosignals.
Röhrenbestückung
Entwicklung
Unter G. Guanella und M. Gabriel wurde bei Brown Boveri im Jahr 1940 das Sprachverwürfelungsgerät „Chiffrator“ entwickelt, aufgrund von technischen Schwierigkeiten gelangte es nicht zur Truppenreife.
Da Chiffrebüro des Armeestabs beurteilte die Schlüsselfestigkeit des Chiffrators als ungenügend und sprach sich gegen eine Beschaffung aus. Die Funkerabteilung unternahm dennoch im Oktober 1940 eigene Versuche mit dem Prototypen des Chiffrators, dem Gerät wurde eine Einführung verwehrt.
Erst 1956 wurde das Konzept der Zeitverwürfelung eines Sprachsignals weiterverfolgt und mündete in der Entwicklung des Sprachverschlüsselungsgeräts MV22 der schweren Richtstrahlstation RB resp. UKR. Später kam die verbesserte Technologie in den Sprachverschlüsselungsgeräten SVZ-226 und SVZ-430 zum Einsatz, die Sprachfragmente wurden allerdings auf digitalem Wege unter Nutzung der Halbleitertechnologie verwürfelt.
Einsatz
Vorgesehen war der Einsatz des Chiffrators zusammen mit der für die Fliegertruppen entwickelten Kurzwellenfunkstation TL BBC resp. SE-212, er gelangte allerdings nicht zur Truppenreife.
Technische Unterlagen
Weitere Informationen
- Das Fernmeldematerial der Schweizerischen Armee seit 1875, 10. Folge: Codes & Chiffrierverfahren, Rudolf R. Ritter


