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Schlüsselgeber MV22
Sprach-Verschlüsselungsgerät MV22; hergestellt von Brown Boveri Cie.
Technische Daten
- Prinzip: Sprachverschleierungsgerät, Zeitverwürfelung
- Betriebsarten: Telegraphie, Telephonie
Stromversorgung
- Netzbetrieb: 220 V
Dimensionen
Zubehör
Bedienung
Das Sprachverschlüsselungsgerät MV22 der schweren Richtstrahlstation RB basiert auf dem in den Jahren des Zweiten Weltkriegs entwickelten „Chiffrator“. Dieses auf dem Prinzip der Zeitverwürfelung basierende Sprachverschlüsselungsgerät wurde von Brown Boveri unter Gustav Guanella und M. Gabriel entwickelt und erreichte aufgebaut in Analogietechnik die Truppenreife nie.
Bei der Sprachverwürfelung werden kleine Abschnitte der Sprachinformationen basierend auf einem Schlüssel in einer neuen Reihenfolge aneinandergereiht und können als unverständliches „Gebrabbel“ abhörsicher über Draht- oder Funkverbindungen weitergeleitet werden.
Auf der Empfängerseite wird in einem gleichartigen Gerät das Audiosignal bei korrekter Einstellung des Schlüssels wieder in ein verständliches Signal zurück verwandelt.
Die technischen Hürden waren hoch. Nachdem 1956 die Arbeit an der Technologie der Sprachverwürfelung bei Brown-Boveri von G.Guanella wieder aufgenommen wurde, stellte sich bald heraus, dass die Realisierung in Röhrentechnologie mit vernünftigem Aufwand zum Aufbau einer Serienproduktion nicht zu bewerkstelligen war.
Dies änderte sich mit der Einführung der Halbleitertechnologie zur Speicherung. Zunächst kam im MV22 noch die empfindlichere Germaniumtechnologie zum Einsatz; mit der robusteren Siliziumtechnologie wurde das System in Serie gefertigt und die Verschlüsselung der RB-Verbindungen 1970 im Höhennetz der Armee eingeführt.
Technisches Prinzip
Zeitverwürfelung eines Audiosignals.
Bestückung
Im Gerät kommt Halbleitertechnologie zum Einsatz.
Entwicklung
Unter G. Guanella und M. Gabriel wurde bei Brown Boveri im Jahr 1940 das Sprachverwürfelungsgerät „Chiffrator“ mit flüchtiger Speicherung auf Stahldraht entwickelt, aufgrund von technischen Schwierigkeiten gelangte es nicht zur Truppenreife.
Ab 1956 wurde das Konzept der Zeitverwürfelung eines Sprachsignals weiterverfolgt und mündete in der Entwicklung des Sprachverschlüsselungsgeräts MV22 der schweren Richtstrahlstation RB resp. UKR. Das erste Labormuster 1959 nutzte noch Röhrentechnologie, schon bereits 1961 waren zwei Prototypen in Germanium - Halbleitertechnologie zur Erprobung bereit.
1962/63 waren die verbesserten Geräte in Siliziumtechnologie beschaffungsbereit, 1969/70 wurde die Seriengeräte bezeichnet als Schlüsselgeber in der UKR-Station eingeführt, abhörsichere Verbindungen im Höhennetz der Armee waren nun Realität.
Später kam die verbesserte Technologie in den zivilen digitalen Sprachverschlüsselungsgeräten Vericrypt 1000 und in den militärischen SVZ-226 und SVZ-430 zum Einsatz.
Einsatz
Das Verschlüsselungsgerät MV22 war 1962/66 beschaffungsbereit und war ab 1970 in den Richtstrahlstationen RB im Richtstrahl - Höhennetz der Armee einsatzbereit.
Technische Unterlagen
Weitere Informationen
- Das Fernmeldematerial der Schweizerischen Armee seit 1875, 10. Folge: Codes & Chiffrierverfahren, Rudolf R. Ritter
- Richtstrahl bei den Übermittlungstruppen, Werner Bäschlin, Verlag Merker, Lenzburg; ISBN 3-85648-128-1
