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Fliegerpeilung

Schon früh wurden Punkpeiler zur Fremdpeilung von Flugzeugen zur Unterstützung im Landeanflug auf einen Flugplatz eingesetzt. Bei schlechten Sichtbedingungen wurde den Piloten sein Standort resp. der Kurs vom Kontrollturm des Fluplatzes mitgeteilt und ihm Unterstützung im Landeanflug gegeben, so dass nur eine geringe Sicht auf die Pistenbefeuerung nach Durchstossen der Wolkendecke im Sinkflug notwendig war, um eine sichere Landung zu gewährleisten.

Die allerfrühesten militärisch eingesetzten Flugzeuge verfügten über Funkanlagen, welche im Langwellenbereich arbeiteten.

Um 1935 wurde der Flugfunkverkehr in den Kurzwellenbereich verlegt (ab FG III), für den Flugfunkverkehr kam die Sprechfunkstation Z-Station 38 zusammen mit dem Peiler P-701, dem Telefunkenpeiler P57N in einem Kleinlastwagen mit Holzaufbau, zum Einsatz, mit dem Peiler konnte die Bodenstation dem Flieger die Peilung durchgeben. In dieser Konfiguration sollte der Alpenüberflug von fünf Fokker CV-E-Maschinen von Dübendorf aus geleitet werden, der im Nebel im Muotatal in einer Absturzkatastrophe endete.

1938/39 bestellte die Kriegstechnische Abteilung vier Telefunken Peiler P101aN. Die Telefunken Peiler basierend auf dem verbreitet eingesetzten Peilempfänger EP2 resp. E383N wurde zu Fliegerpeilung auf den Militärflugplätzen eingesetzt. Zur Durchführung der Fremdpeilungen zur Kursbestimmung wurden die zweisitzigen Jäger C-3603 mit dem 1942 von BBC entwickelten Mittelwellen-Peilsender S-11 ausgestattet. Das vom Flugzeug gegebene Langwellensignal wurde vom Boden angepeilt und dem Piloten der Standort resp. der Kurs übermittelt. Das Verfahren war umständlich, ungenau (u.a. aufgrund des Schleppantenneneffekts welches zu Peilfehlern führte) und wurde von der Verlegung des militärischen Flugfunks in den VHF-Bereich überrollt.

In der Schweiz wurde der VHF-Flugfunk erstmals mit der Beschaffung von P-51 Jägern aus alliiertem Surplus 1948 eingesetzt, diese waren mit dem VHF-Funkgerät SCR-522 ausgerüstet. Wahrscheinlich wurden in diesem Zusammenhang ebenfalls aus alliiertem Surplus das VHF-Peilsystem SCR-634-A beschafft resp. zumindest zu Versuchszwecken eingesetzt.

Die automatisierte VHF-Peilanlage PV-1-B von Standard Telephone & Cables Ltd. wurde als P-710 zumindest auf den Flugplatz Dübendorf ab 1951 eingesetzt; ab 1955 ist die Beschaffung des Marconi Flugfunkpeilers AD 200 dokumentiert.

Ab 1957 wurde die Blindlanderadaranlage GCA AN/MPN-5 von Bendix beschafft, welches bis 1978 im Einsatz war. Teil der Anlage war der VHF-Peiler Bendix RG-8A, der die Peilung des landenden Flugzeugs aufnehmen konnte. Die Doppler-Peilanlage NP 4 wurde ab 1962 auf den Militärflugplätzen von Dübendorf, Emmen und Payerne installiert.

Mit der Verlegung des militärischen Flugfunkverkehrs in den UHF-Bereich mussten Peiler für diesen Frequenzbereich beschafft werden, das System Rohde & Schwarz NP 5 wurde ab 1967 als P-730 in sieben Exemplaren beschafft.

Geräte

P-701 (KP)Telefunken P57N1935/42Fk Kp 7
P-708
Lang- / Mittelwelle
Telefunken P101aN1938/39 P708
P-709
VHF-Peiler
Bendix SCR-634-A1948
P-710
VHF-Peiler
STC PV-1-B1951Flugplatz Dübendorf
P-714
VHF-Peiler
Marconi AD 2001955
P-715
VHF-Peiler
Bendix RG - 8A1957
P-722
VHF-Doppler-
Peilanlage
Rohde & Schwarz
NP 4
1962Militärflugplätze Dübendorf, Emmen, Payerne und Höhenanlagen
P-730
UHF-Peiler
Rohde & Schwarz
NP 5
1967Militärflugplätze Dübendorf, Emmen, Payerne und Höhenanlagen

Flieger - Aufklärung

Die Flieger-Flab-Truppen verfügten nicht nur über Flugfunkpeiler zur Unterstützung des Landeanflugs, sondern auch über Peilanlagen zu Aufklärungszwecken, z.B. um gegnerische Flugzeuge zu entdecken.

So wurden um 1970 von der EKF Flieger zwei Umlaufpeiler PA004/CH von Rohde & Schwarz beschafft und auf Höhenstandorten installiert. Die rotierenden VHF-/UHF-Antennen bewährten sich nicht und die angpasste Anlage PA003/CH wurde ab 1980 als P-728 beschafft.

ULPE
VHF-Umlaufpeiler
Rohde & Schwarz
PA-004/CH
1970
Einsatz 1975/88
Höhenstandorte
P-728
VHF-Umlaufpeiler
Rohde & Schwarz
PA-003/CH
1975
Einsatz 1980/2010
Sieben Anlagen
P-736
VHF- / UHF- Dopplerpeiler
Rohde & Schwarz
PA 025
1982
2002-2010
Die zunächst beim Heer eingesetzten Anlagen wurden 2002 an die Fliegertruppen weitergegeben und bis 2010 auf Höhenanlagen betrieben
SZUS
Such- Zuweisungs- und Überwachungssystem
Rohde & Schwarz1999Elektronische Funkaufklärung der Flieger- / Flabtruppen

Radar - Aufklärung

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

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